Inside | Outside

Videoessay, 2014

Teil eines Tagebuchs, aufgezeichnet im Amazonasbecken. Wie kann man das durch Dokumentarfilmeangelernte „ansehen“ des Regenwaldes verlernen, indem man selber filmt? Ein musikalisch-visueller Rausch durch die Zusammenhänge von Betrachten, Kategorisieren, Verstehen, Beherrschen durch Bildproduktion. Musik: Andreas Karl

 

10 Sätze Wer bist Du?

Performanceserie, 2013 – 2015

In diesen Performances saß ich in einem improvisiert aufgebauten Filmstudio in einer 1:1 Situation mit je einer Teilnehmer*in. Ich habe sie gebeten: „Ich schalte mal die Kamera an, ich frage dich jetzt etwas autobiographisches für ein Kunstprojekt, es ist nur eine Frage, die ich dich bitte in zehn Sätzen zu beantworten, du hast solange Zeit wie du möchtest, sag mir einfach Bescheid, wann du fertig bist. Ich sitz nur hier und kommentiere nichts, ich schalte dann einfach nur die Kamera wieder aus, ok? Also meine eine Frage für deine zehn Sätze ist: Wer bist du?“ Und dann habe ich nichts mehr gesagt, bis die Teilnehmer*innen signalisierten, dass sie fertig seien.
Die Teilnehmer*innen können sich, unterbrochen durch die Aufgabe die Sätze zu zählen, nicht dem autobiographischen Erzählstrom überlassen, noch wissen sie wozu sie mir? der Kamera? denen, die die Aufzeichnung sehen werden? Kunst? – ihre Sätze über sich erzählen werden. Ca. 40 solcher Sessions habe ich im Kontext von Theater- und Performance-Festivals gemacht. Und viel gemeinsam mit den Teilnehmer*innen über die Un/Möglichkeiten und Intimitäten der Identitätskonstruktion während des Erzählens erforscht. Diese Arbeit hat die Abfassung meiner Diplomarbeit zu Visuellen Autobiographien und Autorschaftskonstruktionen begleitet, für die ich die Techniken des autobiographischen, narrativen Interviews der Sozialforschung gelehrt bekommen habe.

Zehn Sätze wer du bist : Eine der ersten, fehlgeschlagenen Versuche dies noch als Videoarbeit zu organisieren, danach habe ich den Schwerpunkt darauf gelegt, die Aufnahme-Situation zu der eigentlichen Arbeit zu entwickeln, und das dort gemeinsame Lernen in der Performance als situiertes und ephemeres Wissen zu begreifen.

u.a. Tarnungssalon der Probebühne im Gängeviertel

 

Elle-moi.me

Videos, Homepage, 2013 – 2014

Ein digitales Memoryspiel: Was kann in einer filmischen Einstellung erzählt werden, die 1sec dauert. Was ergibt sich, durch die zufällige Zuordnung beim „aufdecken, anklicken, umdrehen“ der autobiographischen Fragmente im Narrationsraster, für eine neue Erzählung des Ichs?

 

Les Aveugles – Theaterstück nach Maurice Maeterlinck

Theater Fleetstreet Hamburg, 2009

Regie und Bühnenbild mit Inga Wagner und Andrea Polewka, Sounds und Atmosphären von Felix Kubin, Arrangement: Lembcke/Wagner. Performer*innen von der Angewandten Theaterwissenschaft Gießen: Christopher Felix Hahn, Jule Kremberg, Hendrik Quast, Tomasz Stompor

Eine immersive Adaption des symbolistischen Dramas „Les Aveugles“ von Maurice Maeterlick. Es gehört zu seiner „Todestriologie“, hier bekommt Schweigen eine ebenso große Bedeutung wie Sprechen, so soll laut Maeterlinck der Dialog der Zuschauer*innen mit dem eigenen Selbst ausgelöst werden. Die vierte Wand ist verschwunden, alle sitzen gemeinsam in dem zur bewaldeten Insel gewordenem Theaterraum im Dunkeln, das durchbrochen wird von fahlen Bodenlichtern und den wabernden Sounds, die Materlincks Symbolik ins Auditive übersetzen. Eine Gruppe Blinder befindet sich verlassen auf einer Insel. Das Stück wirft, mitten in der Wirtschaftskrise, die Fragen auf: Wie ist es möglich sinnvoll zu handeln, wenn man nicht ausreichend Kenntnis von der Welt besitzt, um die Situation zu verstehen, in der man sich befindet? Hat sich die Katastrophe schon längst ereignet und wird nur als Krise verhandelt, steht sie uns noch bevor oder sehnen wir sie herbei? Die Blinden warten ihr Ende einfach ab.

 

 

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